Biostimulation – Pflanzenschutz optimieren, natürliche Pflanzenstärkung fördern

Pflanzenschutzmittel, in den Medien oft als Pestizide abgestempelt, sind grosser Kritik ausgesetzt. Zu den Pflanzenschutzmitteln gehören Schädlings-, Pilz- und Unkrautbekämpfungsmittel, welche zum Schutz der Kulturpflanzen ausgebracht werden (siehe Seite des BLW zum Thema). Das können chemische und auch biologische Wirkstoffe gegen die zu bekämpfenden Organismen sein. Es ist unumstritten, dass eine grossflächige Produktion von Nahrungsmitteln ohne jegliches Pflanzenschutzmittel sehr schwierig bis unmöglich ist.

Biolandwirte setzen ebenfalls Pflanzenschutzmittel ein, denn auch ihr Ziel ist es, dem Kunden Produkte höchstmöglicher Qualität liefern zu können. Biologische Pflanzenschutzmittel sind, wie es der Name sagt, aus natürlichen Stoffen gewonnen. Ein Nachteil dieser biologischen Mitteln ist, dass sie häufig nur eine Teilwirkung erzielen und nicht selektiv auf einen bestimmten Schaderreger wirken. Folglich wird in der intensiven Biolandwirtschaft meist häufiger gespritzt, um einen annähernd so guten Pflanzenschutz zu erhalten.

Konkurrenzpflanzen, Unkräuter

Gegen Unkräuter wird im biologischen Anbau oft mechanisch vorgegangen (siehe Überblick von BioAktuell). Das Wissen steigt stetig und es werden immer bessere Lösungen gefunden. Dank sozialen Medien werden Erfahrungen ausgetauscht, so zum Beispiel auf dieser Facebook-Gruppe. In der Schweiz setzten sich Initiativen wie Agricultura Regeneratio (ihre Podcasts sind zu empfehlen) oder Regenerativ Schweiz für innovative Lösungen ein. Dank guten Erfahrungen mit der mechanischen Unkrautbekämpfung wird sie immer häufiger auch im konventionellen Anbau angewendet. Dies ist mit ein Grund, dass der Einsatz von Herbiziden in den letzten Jahren stark reduziert werden konnte.

Pilzkrankheiten

Das Risiko auf Pilzbefall wird in der Schweizer Landwirtschaft mit vorbeugenden Massnahmen wie Saatdichte, Fruchtfolge oder auch Pflanzenstärkung durch Algenextrakte und Spurenelemente minimiert. Häufig eingesetzte Mittel sind Kupferlösungen: Kupferionen wirken in den Pilzsporen als Enzymgifte und verhindern so eine Keimung. Das Problem von Kupfer liegt in der Anreicherung im Boden. In hoher Dosis ist Kupfer auch giftig für den menschlichen Organismus, weshalb Bio Suisse Richtwerte für eine maximale Kupfergabe vorgibt. Chemische Fungizide kommen zum Einsatz, wenn der Ertrag und die Qualität des Produktes in Gefahr ist. Pflanzenschutzberater unterstützen den Landwirt bei der richtigen Mittelwahl, sodass mit geringster Einsatzmenge eines spezifischen Fungizides der grösstmögliche Erfolg erzielt werden kann. Der Pilzdruck ist stark von der Witterung und der Lage abhängig. Mit der in der Schweiz schon lange praktizierten Fruchtfolge wird darauf geachtet, dass der Krankheitsdruck schon vor der Saat einer Kultur stark minimiert werden kann. Mit den Anbaupausen und den maximalen prozentualen Anteilen der Kulturen auf einem Betrieb werden Pilze, wie zum Beispiel das Fusarium, reguliert. Dies und weitere vorbeugende Massnahmen zahlen sich wirtschaftlich und ökologisch aus. Biologisch gewonnene Pflanzenstärkungsmittel aus Organismen wie Algen haben noch grosses Potenzial.

Insekten

Gegen Insektenschäden wird immer häufiger mit natürlichen Feinden gearbeitet. So hat sich die Schlupfwespe auch im konventionellen Anbau schon lange bewährt. Pheromone sind eine weitere Möglichkeit.

Momentan werden viele chemische Mittel hinterfragt und schliesslich verboten. So kam es im letzten Jahr zu noch nie gesehenen Schäden durch die Viröse Vergilbung, welche durch die explosionsartige Ausbreitung von Blattläusen von Feld zu Feld getragen wurde. Das Insektizid Gaucho wurde ohne Lösungsvorschlag, wie die Landwirte ihre Kulturen gleichwertig hätten schützen können, verboten. Bei den Zuckerrüben folgten Ertragsausfälle, welche viele Landwirte dazu bewegen, den Anbau dieser geschichtsträchtigen Kultur zu überdenken.

Zuckerrüben in St-Aubin (FR), November 2020

Dieses Beispiel von Zuckerrüben zeigt das Dilemma auf. Wollen wir in der Schweiz einen gewissen Selbstversorgungsgrad erhalten oder den Import steigern? Unserer Meinung nach ist es wichtig, natürliche Wege zu suchen, um den Einsatz von chemischen Mitteln zu minimieren. Doch sollten wir nicht bei Befall eines Schaderregers unsere Ernte mithilfe von Pflanzenschutzmitteln sichern können? Wollen wir lieber ausländische Nahrungsmittel konsumieren, welche möglicherweise Rückstände hierzulande längst verbotener Wirkstoffe enthalten? Der Wunsch nach sauberen Nahrungsmitteln ist verständlich. Wir unterstützen die Bewegung und hoffen, dass sie das Vertrauen in die Schweizer Landwirtschaft noch stärken wird.

Eine Lösung: Biostimulanzien als natürliche Stärkung der Pflanzen

Stressfaktoren

Es gibt abiotische (Standort und Klima) und biotische (lebende Organismen) Stressfaktoren, welche den tatsächlichen Ertrag einer Pflanze gegenüber ihrem genetischen Ertragspotenzial mindern. Je mehr diese Stressfaktoren abgeschwächt werden, desto höher bleibt der tatsächliche Ertrag. Vor einem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sollten natürliche Hilfsmittel eingesetzt werden, um die Stressfaktoren zu mindern. So können Fruchtfolge, mechanische Unkrautbekämpfung, Streuen von Nützlingen sowie Biostimulanzien diese Stresssituationen entscheidend einschränken. Wenn diese Massnahmen nicht ausreichen und ein hoher Ertragsverlust droht, kann es notwendig sein, auf gezielten Pflanzenschutz zurückzugreifen. Schadschwellen sind ein guter Anhaltspunkt, um zu entscheiden, ob ein Einsatz chemischer Mittel angezeigt ist oder nicht.

Stressfaktoren und natürliche Vorschläge mit Teilwirkungen

Abiotische Faktoren Biotische Faktoren
Bodenbeschaffenheit (mechanische Bodenbearbeitung) / Nährstoffe (Dünger) Bakterien (Fruchtfolge, Biostimulation)
Salzgehalt (Biostimulation) Pilze (Fruchtfolge, Biostimulation)
pH (Kalkung) Viren (Fruchtfolge, Biostimulation)
Redoxpotenzial (Energeo) Tiere (Einzäunung)
Temperatur (Gewächshaus, Biostimulation) Konkurrenzpflanze (mechanische Bearbeitung)
Wasserhaushalt (Bewässerung, Biostimulation) Insekten (Pflanzenernährung, Fruchtfolge)
Licht (Biostimulation)

Was sind Biostimulanzien und wie funktionieren sie?

Die EU definiert Biostimulanzien wie folgt:

“A plant biostimulant is any substance or microorganism, in the form in which it is supplied to the user, applied to plants, seeds or the root environment with the intention to stimulate natural processes of plants benefiting nutrient use efficiency and/or tolerance to abiotic stress, regardless of its nutrient content, or any combination of such substances and/or microorganisms intended for this use.”

Biostimulanzien sind also Substanzen oder Mikroorganismen, die die Pflanzen natürlich stimulieren und stärken. Sie tun dies, indem sie die Wachstumsorgane und Transportwege der Pflanzen fördern. Folglich werden Blüten- und Fruchtanlagen besser mit Nährstoffen versorgt, was zu mehr Ertrag und höherer Qualität führen kann. Die Wirkstoffe in den Biostimulanzien werden aus natürlichen Ressourcen gewonnen. Durch Biostimulanzien wird der Pflanzenstoffwechsel und die Photosynthese der Pflanze stimuliert, was die Krankheitsabwehrkraft fördert. Eine ausgewogen ernährte Pflanze ohne jeglichen Mangel hat eine erhöhte natürliche Abwehrkraft. Sie kann folglich besser mit Stressfaktoren umgehen.

Biostimulanzien und Blattdünger

Biostimulanzien sind nicht mit Blattdüngern zu verwechseln. Letztere dienen dazu, den Pflanzen eine rasche Nährstoffaufnahme zu ermöglichen. Werden die Nährstoffe direkt über das Blatt aufgenommen, müssen sie nicht von den Wurzeln her hoch transportiert werden. Blattdünger sind dann sinnvoll, wenn möglichst rasch einem Mangel entgegengewirkt werden soll. Im Idealfall kommt es dank eines gesunden Bodens oder der Düngung über den Boden gar nicht erst dazu. Blattdünger in Chelat-Form wirken rasch, aber nicht effizient: Ein grosser Teil der Nährstoffe wird in den Boden gewaschen. Nährstoffe, welche an Aminosäuren gebunden sind, gelangen rasch und effizient in die Blätter. Diese Nährstoffe sind daher meist weniger hoch dosiert als die Chelate. Gewisse Biostimulanzien enthalten zusätzlich zu den Phytohormonen Oligo-Elemente. Der Bedarf an diesen Elementen kann je nach Kultur, Zeit und Boden stark variieren.

Nährstoffeffizienz und natürliche Prozesse der Pflanzen werden gefördert

Glycin-Betain kommt in Biostimulanzien häufig zum Einsatz. Diese organische Verbindung hat einen natürlichen Einfluss auf den osmotischen Zustand einer Zelle. Sie hilft der Pflanze, den Wasserhaushalt zu regulieren, was vor allem bei hohem Salzgehalt oder bei Trockenheit wichtig ist. Der abiotische Stress durch Wassermangel wird reduziert.

Moleküle wie das IPA und Phytohormone (Auxine, Zeatine) schützen die Chloroplasten vor Seneszenz (Alterungsprozess). Der sogenannte Stay-Green-Effekt ist die Folge davon.

Humin- und Fulvosäuren können die Fixierung von Phosphor vermeiden und seine Pflanzenverfügbarkeit erhalten. Diese Säuren stimulieren biologisch die Pflanzen und die Mikroorganismenaktivität. Das Wurzelwachstum und der Nährstofftransport werden gefördert, was bedeutet, dass Nährstoffe aus dem Boden besser absorbiert und der sogenannte Pumpeffekt gesteigert werden.

Biostimulanzien gewinnen an Bedeutung

Biostimulanzien sind Bestandteil der Zukunft einer effizienten, naturnahen Landwirtschaft. Mit natürlichen Stoffen werden Gesundheit und Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gefördert. In einem Kontext mit steigendem Druck auf Produzenten, weniger chemische Mittel einzusetzen, und immer wechselhafterem Klima werden Biostimulanzien zur Selbstverständlichkeit.

Unsere Erfahrungen mit Biostimulation

Kartoffeln: Verbesserung der Knollengrösse und des marktfähigen Ertrags bei Kartoffeln

Weizen: Wie kann man die Kornfüllung für ein hohes TKG und hohen Proteingehalt verbessern?

Winterraps: Wie kann der Ertrag durch Frühjahrsentwicklung gesteigert werden?

Weizen: Wie kann die optimale Zahl an Bestockungstrieben nach Winter erreicht werden?

Kohl: Wie kann die Lagerfähigkeit von Kohl verbessert werden?

 

 

Das Biostimulanzien-Sortiment Fertileader basiert auf dem Wirkkomplex Seactiv®, der aus Meeresalgen gewonnen wird und aus selektierten und isolierten Molekülen zusammengesetzt ist. Seactiv unterstützt gezielt die Leistung und Entwicklung der Pflanzen. Durch die Wirkstoffe wird die Photosyntheseaktivität erhöht, die Stresstoleranz verbessert und die Nährstoffaufnahme und -verteilung gesteigert. Ausserdem werden durch unser Fertileader-Sortiment der Pflanze wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente zur Verfügung gestellt, um eine optimale Versorgung zu garantieren. Diese Mineralstoffe und Spurenelemente sind aminosäure-gebunden, was die Pflanze dabei unterstützt, die Nährstoffe effizient und schnell aufzunehmen.

Seactiv® enthält den Wirkstoff Glycin-Betain, ein Aminosäure-Derivat, IPA (Isopentenyl Adenin), ein Cytokinin und weitere Pflanzenhormone.

Die Produkte aus dem Fertileader-Sortiment wirken über das Blatt.

Unser Sortiment

Fertileader GOLD

  • Ausgewogenes Verhältnis zwischen Bor und Molybdän
  • Positive Wirkung auf die Pollenbildung, Befruchtung und Fruchtentwicklung
  • Für alle Kulturen mit erhöhtem Bor- und Molybdänbedarf
  • Insbesondere geeignet für den Einsatz im Obstbau, bei Raps und bei Zuckerrüben

Fertileader TONIC

  • Sorgt für eine rasche Kupfer- und Manganversorgung
  • Kupfer und Mangan sind wichtig für eine verbesserte Krankheitsresistenz und Vitalität der Pflanzen
  • Insbesondere geeignet für den Einsatz im Getreide

Fertileader AXIS

  • Idealer biostimulierender Blattdünger bei akutem Phosphor- und Manganmangel (violett-blaue Verfärbung bei Maispflanzen)
  • Beinhaltet sofort verfügbaren Phosphor und beugt Zink- und Manganmangel vor
  • Insbesondere geeignet für den Einsatz in Mais, Obstbau (Farbumschlag der Früchte), und Kartoffeln (Knollenbildung)

Fertileader VITAL

  • „Spurenelement-Cocktail“ für jede Kultur
  • Erhöht die Photosyntheserate, wodurch sich die Blattgesundheit verbessert
  • Erhöht die Stressresistenz und trägt wesentlich zur Ertragsabsicherung bei

Fertileader KALEO

  • Sorgt für einen idealen Start in ein erfolgreiches Weinjahr
  • Begünstigt den Vegetationsstart, fördert die Entwicklung neuer Wurzeln, erhöht die Nährstoffe im neuen Blatt für eine höhere Klimatoleranz (Kälte) und fördert die vegetative Entwicklung
  • Ohne Chlor
  • Insbesondere geeignet für den Einsatz im Wein-, Obst- und Gemüsebau

Fertileader AZUR

  • Flüssiger Kalziumdünger für eine Verbesserung von Haltbarkeit, Wurzelaktivität und Photosynthese
  • Rasche und ausgewogene Kalziumversorgung der Pflanze, besonders wichtig für eine effiziente Nährstoffaufnahme und -umsetzung
  • Auch für die Biolandwirtschaft geeignet

Fertileader VERTIS

  • Optimale Kombination aus Mangan und Eisen, bewirkt eine Erhöhung der Photosyntheserate und der Nährstoffumsetzung
  • Einsatzmöglichkeiten: Chlorose (Weinbau), Christbaumkulturen, Rasen
  • Führt zu einer Erhöhung der Nährstoffe im neuen Blatt und im Blütenkopf, was zur Steigerung der Klimatoleranz (Kälte), zu besserem Wachstum der Blühanlagen und homogenerer Blütenbildung führt

Fertileader MAGICAL

  • Blattdünger mit einem optimalen Verhältnis zwischen Kalzium und Magnesium: Kalzium für die Festigkeit der Zellwände und Magnesium für die Photosynthese und die Stickstoffaufnahme
  • Einsatzmöglichkeiten: Getreide, Feldgemüse, Obstbau
  • Im Obstbau trägt Fertileader Magical zu einer guten Fruchtfestigkeit und einem starken Aroma bei. Gleichzeitig vermindert es die Anfälligkeit auf Stippe

Fertileader MAGNUM

  • Reich an Stickstoff und Magnesium
  • Reduziert die Stiellähme der Rebe und ist ideal für Kartoffeln im Falle stark kalihaltiger Düngung

Anwendung

Fertileader kann den meisten gängigen Pflanzenschutzprodukten beigemischt werden. Falls Sie Fragen zur Mischbarkeit unserer Produkte haben, stehen wir gerne zur Verfügung.

 

 

Unsere Fertiactyl-Biostimulanzien enthalten den Wirkstoff Glycin-Betain zur Steigerung der Stresstoleranz. Zudem sind sie mit Zeatinen sowie Humin- und Fulvosäuren angereichert. Durch diese Stoffe wird das Wurzelwachstum angeregt und die Nährstoffeffizienz steigt.

Die Produkte aus dem Fertiactyl-Sortiment wirken über den Boden und werden kurz nach der Keimung eingesetzt. Dank dieser Wirkung über den Boden kann die Jungpflanze schon früh unterstützt werden und die Pflanzen sind in der anfälligen Jugendentwicklung bereits stresstoleranter.

Unser Sortiment

Fertiactyl STARTER

  • Fördert eine rasche Jugendentwicklung und eine ideale Bewurzelung
  • Enthält Stickstoff, Phosphor und Kali für einen optimalen Start
  • Einsatz bei allen konkurrenzschwachen Kulturen empfohlen (Raps, Zuckerrüben, Mais, Kartoffeln)
  • Steigert schon von Beginn an die Stresstoleranz der Kulturpflanzen, da das Produkt über den Boden wirkt

Fertiactyl GZ

  • Fördert eine rasche Jugendentwicklung und eine ideale Bewurzelung
  • Enthält Stickstoff und Kali für einen optimalen Start
  • Einsatz bei Spezialkulturen empfohlen, besonders geeignet für Fertigation
  • Steigert schon von Beginn an die Stresstoleranz der Kulturpflanzen, da das Produkt über den Boden wirkt

 

Biobetrieb? Dann schauen Sie sich unseren Fertileader Azur und unser Sortiment an Bio-Biostimulanzien an: Biofort

 

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